Inklusiver Stadtspaziergang verbindet Austausch und den Blick auf Barrieren

Angesichts der sommerlichen Hitze war der Teilnehmerkreis überschaubar. Dennoch folgten einige Interessierte der Einladung des Beirats für die Belange von Menschen mit Behinderung zum inklusiven Stadtspaziergang in Rösrath. Insgesamt drei Spaziergänge stehen im August auf dem Programm. Den Auftakt machte ein Rundgang durch Rösrath: Vom Sülztalplatz aus nahm die Gruppe zunächst die angrenzenden Geschäfte in den Blick, bevor es entlang der Hauptstraße bis zur Stadtbücherei und anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt ging.

Ziel der inklusiven Stadtspaziergänge ist es, Hindernisse aus der Perspektive mobilitätseingeschränkter Menschen sichtbar zu machen und Anregungen für Verbesserungen zu geben. Gleichzeitig soll der Blick auch auf bereits gut gelöste Situationen gelenkt werden.

So wurde beispielsweise positiv hervorgehoben, dass viele Geschäfte rund um den Sülztalplatz ebenerdig zugänglich sind. Bei einigen Einzelhändlern stellt allerdings bereits das Öffnen der Tür eine Hürde dar. Die Teilnehmenden scheuten sich dabei nicht, die Gewerbetreibenden direkt anzusprechen – etwa dann, wenn Durchgänge zugestellt waren und Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator oder auch Eltern mit Kinderwagen nur schwer passieren konnten.

Im Rahmen des Spaziergangs konnten zudem drei weitere sogenannte „Drück-mich-Klingeln“ ausgegeben werden. Sie funktionieren über eine am Eingang angebrachte Funkklingel, auf die ein auffälliges Schild hinweist. Wer die Klingel betätigt, kann auf diese Weise unkompliziert die Unterstützung der Geschäftsleute anfordern – beispielsweise, wenn eine enge Tür oder eine Treppe den Zugang erschwert.

Die Klingel soll und kann den Abbau baulicher Barrieren nicht ersetzen. „Aber dort, wo es baulich nicht möglich ist, ist die Klingel eine gute Ergänzung, um Teilhabe zu ermöglichen“, erklärt die städtische Inklusionsbeauftragte Elke Günzel. Verschiedene Rösrather Einrichtungen und Geschäfte nutzen das Angebot bereits – beim Stadtspaziergang sind jetzt die Eisdiele „Gelateria Dani“ und „Mein Kiosk“ hinzugekommen.

Auch die Stadtbücherei lag auf der Route des Spaziergangs. Zwar verfügt sie mit einer Rampe über einen barrierefreien Zugang, der Praxistest vor Ort zeigte jedoch, dass diese mit einem Rollstuhl ohne fremde Hilfe kaum zu bewältigen ist. Daher wurde auch hier eine „Drück-mich-Klingel“ angebracht, über die sich das Büchereiteam bei Bedarf zur Unterstützung rufen lässt. Mittelfristig soll die Rampe angepasst werden. Da die Stadt jedoch lediglich Mieterin der Räumlichkeiten ist, muss eine entsprechende Maßnahme mit dem Vermieter abgestimmt werden.

Das Bild zeigt zwei Rollstuhlfahrer mit weiteren Personen beim inklusiven Stadtspaziergang entlang der Hauptstraße in Rösrath-Mitte.
Beachtung fanden die drei großflächigen Sonnenschirme auf dem Sülztalplatz, die gerade im Sommer den Besucherinnen und Besuchern des Platzes angenehmen Schatten bieten.  

Positiv fielen den Teilnehmenden außerdem die Bordsteinabsenkungen und Bodenindikatoren am Sülztalplatz auf. Sie erleichtern es Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die Straße sicher und möglichst unkompliziert zu überqueren. Ebenfalls Beachtung fanden die drei großflächigen Sonnenschirme, die „Gemeinsam für Rösrath“ vor einigen Jahren über den Verfügungsfonds zur Umsetzung kleinteiliger Projekte angeschafft hat. Gerade im Sommer bieten sie den Besucherinnen und Besuchern des Platzes angenehmen Schatten.

Mit den Stadtspaziergängen möchte der Beirat nicht nur auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen aufmerksam machen, sondern zugleich den Austausch und das Miteinander fördern. Deshalb klang der erste Rundgang bei einem gemeinsamen Eis am Sülztalplatz aus. In entspannter Atmosphäre konnten die Teilnehmenden die gesammelten Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen und miteinander ins Gespräch kommen.

Zwei weitere Stadtspaziergänge im August

Zwei weitere Stadtspaziergänge sind bereits terminiert. Jeder Rundgang widmet sich dabei einem anderen Ortsteil:

  • 17. August: Forsbach – Treffpunkt: Sporthalle am Rewe-Parkplatz
  • 24. August: Hoffnungsthal – Treffpunkt: Schulhof der Grundschule


Die Spaziergänge beginnen jeweils um 15:30 Uhr. Ob zu Fuß, mit Rollator oder im Rollstuhl – alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Beirat freut sich über eine rege Beteiligung. Zur besseren Planung wird um eine kurze, formlose Anmeldung gebeten. Diese nimmt Elke Günzel entgegen:

 elke.guenzel@roesrath.de 
 02205 802-123 

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