Gleichstellungsbeauftragte

Der Rat der Gemeinde Rösrath hat in seiner Sitzung am 21.09.1992 den Grundsatzbeschluss zur Bestellung einer Gleichstellungsbeauftragten gefasst. Die Gleichstellungsbeauftragte setzt sich für die Anliegen von Frauen und Mädchen und die Verwirklichung der Gleichberechtigung für Frauen und Männer ein.
In Rösrath hat Elke Günzel das Amt der Gleichstellungsbeauftragten übernommen und verfolgt als solche das Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch für alle Rösratherinnen voranzutreiben.
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Gleichstellungsplan
Der Stadtrat hat am 11. Mai 2026 die fünfte Fortschreibung des Gleichstellungsplans für die Jahre 2026 bis 2031 verabschiedet. Damit setzt die Stadtverwaltung Rösrath ein klares Zeichen für Chancengleichheit, moderne Arbeitsbedingungen und eine zukunftsorientierte Personalpolitik.
Der Plan reagiert auf veränderte Anforderungen in der Arbeitswelt sowie auf die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege. Ziel ist es, ausgewogene Geschlechterverhältnisse in allen Bereichen der Stadtverwaltung zu fördern, geschlechtergemischte Teams zu stärken und Führungspositionen fair zu besetzen.
Die Gleichstellungsarbeit bei der Rösrather Stadtverwaltung hat eine lange Tradition: Bereits 2001 wurde erstmals ein Frauenförderplan auf Grundlage des Landesgleichstellungsgesetzes NRW beschlossen. Daraus entstand der heutige Gleichstellungsplan, der Vielfalt und Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt.
Der Frauenanteil in der Stadtverwaltung liegt derzeit bei 68 Prozent. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Berufsfeldern: Während soziale und erzieherische Bereiche überwiegend von Frauen geprägt sind, sind technische Berufe weiterhin männlich dominiert. Mit gezielten Maßnahmen an Schulen und auf Jobmessen möchte die Stadt mehr Frauen für technische und mehr Männer für pädagogische Berufe gewinnen.
Ergänzend sollen Mentoring-Angebote den Einstieg in bislang geschlechtsuntypische Berufe erleichtern und auf Führungsaufgaben vorbereiten. Flexible Arbeitszeitmodelle und digitale Arbeitsformen sollen zudem die unterschiedlichen Lebenssituationen der Beschäftigten besser berücksichtigen.
„Gleichstellung ist kein abgeschlossener Prozess, sondern eine dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe“, betonen Bürgermeister Yannick Steinbach und Gleichstellungsbeauftragte Elke Günzel. Mit dem neuen Gleichstellungsplan unterstreicht die Stadt Rösrath ihren Anspruch, ein moderner, attraktiver und sozialer Arbeitgeber zu sein. Die geplanten Maßnahmen sollen die Arbeitsbedingungen weiter verbessern und die Verwaltung zukunftsfähig aufstellen.Die gesetzlichen Grundlagen
Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frau und Mann und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin (Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz).
Der Auftrag
Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt bei allen Vorhaben und Maßnahmen der Stadt mit, die die Belange von Frauen berühren oder Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frau und Mann und die Anerkennung ihrer gleichberechtigten Stellung in der Gesellschaft haben (§5 Abs. 3 Gemeindeordnung NRW).
Schwerpunkte
sind die Information und die Beratung zu
- allen gleichstellungsrelevanten Themen und die Entwicklung von
- Maßnahmen, Projekten und Angeboten, die zur Verbesserung der
Lebenssituation von Frauen und Mädchen beitragen - Frauenförderung nach der Strategie Gender Mainstreaming
- Gewalt gegen Mädchen und Frauen
- Veröffentlichung von arbeitsmarkt- und genderpolitischen Informationen
- Diskriminierung von Frauen z. B durch sexistische Werbung
- Unterstützung von Frauenprojekten und
- Vernetzung mit Organisationen, Vereinen, Verbänden und Initiativen
Verwaltungsintern
Die Gleichstellungsbeauftragte ist in alle Entscheidungsprozesse einbezogen, die Personalfragen betreffen. Bei Vorstellungsgesprächen hat sie darauf zu achten, dass der Frauenförderplan der Stadtverwaltung umgesetzt wird. Insbesondere in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, sollen sie bei Stellenbesetzungen berücksichtigt werden. Durch die Teilnahme der Gleichstellungsstelle an den Bewerbungsverfahren dokumentiert die Stadtverwaltung gerade bei Neueinstellungen auch nach außen hin, dass Frauenförderung bei der Stadt Rösrath groß geschrieben wird.
Außerdem berät die Gleichstellungsstelle zu allen Fragen im Zusammenhang mit Frauenförderung und Geschlechtergerechtigkeit (Gender Mainstreaming). Beratungsbedarf kann hier sowohl bei Vorgesetzen als auch bei Mitarbeiterinnen bestehen.
Die Gleichstellungsstelle berät Kolleginnen bei sexueller Belästigung, Mobbing oder Stalking im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz
Weitere wichtige Themen sind:
- Frauen in Leitungspositionen in der Stadtverwaltung (z.B. Unterstützung durch Mentoring-Projekte) zu unterstützen.
Die Erweiterung des Berufswahlverhaltens junger Frauen und die Bildungszugänge für Frauen zu fördern.
- Eine geschlechtersensible Fortbildungen in der Stadtverwaltung zu ermöglichen
- Frauenbelange und -bedarfe bei Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt
- Gender Budgetierung in der Stadtverwaltung
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Berücksichtigung der Mädchen-und Frauenbedarfe im Rösrather Inklusionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention
Organisation
Auch bei der Arbeitsorganisation innerhalb der Stadtverwaltung ist die Gleichstellungsbeauftragte aktiv. Sie berät zum Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" und erarbeitet mit dem Personal- und Organisationsamt Konzepte zu Teilzeit und Telearbeit. Sie gestaltet den Bereich von Fortbildungen der städtischen Kolleginnen und Kollegen mit und sorgt für eine gute Vernetzung.
Darüber hinaus können sich Interessentinnen bei der Gleichstellungsstelle vor einem Vorstellungsgespräch oder in Bezug auf eine Teilzeiterwerbstätigkeit, Telearbeit, Elternzeit oder Ähnliches beraten lassen.Männer und Gleichstellung
Die Gleichstellung zielt nicht mehr allein auf Frauen, sondern auch auf die Verantwortung von Männern ab. Ein wichtiges Beispiel ist die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zunehmend nutzen auch Männer, die aktive Väter sein und eine gleichberechtigte Berufsbiographie von PartnerInnen unterstützen wollen, die Möglichkeiten zu Eltern- und Teilzeit.
Mädchenberatung und Angebote
Die Landkarte Mädchenarbeit in NRW stellt eine umfangreiche Sammlung von Kontaktadressen für Mädchen, ihre Bezugspersonen, PädagogInnen und Institutionen dar.
Hier finden sich Kontaktdaten zu Mädchentreffs, Mädchenberatungsstellen und Mädchenhäusern,zu Mädchenarbeitskreisen in NRW sowie zu den Expertinnen und Mitgliedsorganisationen der LAG Mädchenarbeit in NRW.
Zusammen mit der Landkarte Jungenarbeit der LAG Jungenarbeit NRW bietet die Landkarte Mädchenarbeit in NRW nun einen schnellen Überblick über die Kontakte zur Mädchen- und Jungenarbeit vor Ort. JuZe
Die Mädchenberatung bietet Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen. In einem geschützten Rahmen können Mädchen und junge Frauen über ihre Probleme sprechen und mit der Beraterin nach Lösungen suchen.
Frauenberatungsstellen
Sie können sich in den Frauenberatungsstellen persönlich, telefonisch oder online beraten lassen. Die Beratungen sind offen für jede Frau, sie sind vertraulich und kostenfrei. Die Online-Beratungen sind Ergänzungen der Angebote der Frauenberatungsstellen. Sie erhalten dort vertrauliche und kostenfreie psychosoziale Beratungen, Informationen und bei Bedarf eine qualifizierte Vermittlung an andere psychosoziale Einrichtungen und Ämter.