Auf dem Areal rund um das Haus Staade in Lüghausen oberhalb der Bahnlinie könnte sich in den kommenden Jahren einiges verändern: Geplant ist, dort langfristig ein neues Quartier mit Wohn- und Gewerbeflächen zu entwickeln. Bestandteil der Planung ist außerdem, dass der schon länger im Raum stehende Agger-Sülz-Radweg durch das neue Quartier geführt werden kann. Dessen Realisierung macht Bürgermeister Yannick Steinbach zur Voraussetzung im Rahmen einer künftigen Erschließung und greift damit auch ein Anliegen auf, für das er bereits in Wahlkampfzeiten eingestanden ist.
Impulsgeber und Investor für das Vorhaben ist die Campus Staade GmbH, die das Gelände gemeinsam mit der Stadt entwickeln möchte. Noch befindet sich das Vorhaben allerdings in einem frühen Stadium. Voraussetzung für die Entwicklung ist zunächst eine Änderung des Regionalplans, die in Abstimmung mit der Bezirksregierung erfolgen muss. In einem ersten Gespräch gab es hierfür bereits positive Signale. Darüber hinaus sind eine Anpassung des Flächennutzungsplans sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich.
Wie das Areal künftig gestaltet werden könnte, haben kürzlich Studierende des Masterstudiengangs „Städtebau“ an der TH Köln im Auftrag der Campus Staade GmbH veranschaulicht. Ihre Aufgabe bestand darin, ein Konzept für ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen und Gewerbe zu entwickeln, wobei insbesondere der Hochwasserschutz berücksichtigt werden sollte. Insgesamt entstanden elf Entwürfe, die jüngst einer Jury aus Vertretern des Investors, der Stadt und der Hochschule vorgestellt wurden. Sie vermitteln erstmals einen anschaulichen Eindruck davon, wie sich das Gelände künftig entwickeln könnte.
„Aus städtebaulicher Sicht bewerten wir das Vorhaben positiv und werden damit im Laufe des Jahres in die politischen Gremien gehen, um das Projekt mit seinen dazugehörigen Verfahren vorzubereiten“, so Bürgermeister Yannick Steinbach.
In dem Zusammenhang ebenfalls von Bedeutung ist die Bahnunterführung von Hoffnungsthal nach Lüghausen. Hier wird der Bürgermeister den politischen Gremien vorschlagen, die Bahnunterführung zu verbreitern, um dort künftig Begegnungsverkehr sowie einen sicheren Gehweg zu ermöglichen. Die Deutsche Bahn hat in vorbereitenden Gesprächen bereits signalisiert, dass eine Anpassung der Brückenplanung grundsätzlich möglich ist. „Diese Chance gilt es zu ergreifen, denn wird die Brücke ohne diese Erweiterung ertüchtigt, wird es auf Jahrzehnte hinaus voraussichtlich keine realistische Möglichkeit mehr geben, diesen Engpass zu beseitigen“, so Steinbach. Die Maßnahme sei daher nicht nur im Hinblick auf eine mögliche Erschließung des Haus-Staade-Areals von großer Bedeutung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich.
Sowohl die Entwicklung des Haus-Staade-Areals als auch die mögliche Erweiterung der Bahnunterführung befinden sich noch in einem frühen Planungsstadium. Beide Vorhaben müssen zunächst die politischen Gremien durchlaufen und in den kommenden Jahren weiter konkretisiert werden. Bis erste greifbare Umsetzungsschritte erfolgen können, wird voraussichtlich noch einige Zeit vergehen. Angesichts der erforderlichen Planungs-, Genehmigungs- und Abstimmungsprozesse ist von einem mehrjährigen Planungshorizont auszugehen.
Bildunterschrift: Bürgermeister Yannick Steinbach mit Dr. Gereon Sommerhäuser (l.) und Andreas Nettesheim (r.) von der Haus Staade GmbH bei der Sichtung der studentischen Entwürfe für das zu entwickelnde Areal.
