Es ist eine Tradition, die sich auch Rösrath nicht entgehen lässt: Immer am letzten Sonntag im Juli wird in der belgischen Partnerstadt Veurne die Büßerprozession gefeiert. Auch in diesem Jahr haben die Stadt und das Partnerschaftskomitee zum Besuch der „Boetprocessie“ eingeladen. Insgesamt 36 Bürgerinnen und Bürger aus Rösrath nahmen an der Fahrt teil – darunter viele, die den eindrucksvollen historischen Umzug erstmals erlebten.
Die Büßerprozession ist Ausdruck von Volksglauben und Tradition. Fußgruppen bringen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament auf die Straße. Rund 900 Bürgerinnen und Bürger aus Veurne wirken Jahr für Jahr aktiv an der Prozession mit – eine Zahl, auf die man in der Partnerstadt zurecht stolz ist. Mit traditionellen Gewändern, eindrucksvollen Bildtafeln und stimmungsvollen Gesängen wurde die Prozession auch in diesem Jahr von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern am Straßenrand verfolgt. Die eindrucksvolle Inszenierung und das große ehrenamtliche Engagement hinterließen auch bei den Rösrather Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck und bildeten einen würdigen Abschluss der zweitägigen Städtepartnerschaftsreise.

Bereits am Tag zuvor wurden die Gäste aus Rösrath im historischen Saal des Landshuis von den Veurner Stadträten Jonas Bel und Frédéric Devos, die die Städtepartnerschaft betreuen, herzlich willkommen geheißen. Im Anschluss bot sich die Gelegenheit, die Ausstellung „Linien der Imagination“ (Lijnen van Verbeelding) im historischen Rathaus zu besuchen. Die Werke von 19 Veurner Künstlerinnen und Künstlern vermittelten mit ihren Linolschnitten eindrucksvolle Einblicke in das Leben und den Alltag in Flandern. Ergänzt wurde die Ausstellung durch weitere Arbeiten zweier Kunstschaffender in der benachbarten Galerie Emergent. Dank deutschsprachiger Begleittexte konnten sich die Rösrather Besucherinnen und Besucher intensiv mit den Werken auseinandersetzen und miteinander ins Gespräch kommen.
Den Abend ließ die Reisegruppe – wie bereits im Vorjahr – in der Brasserie Carrousel in Nieuwpoort ausklingen. Dort begrüßten Bürgermeister Peter Roose sowie zwei Veurner Abgeordnete die Gäste aus Rösrath persönlich. Bei belgischem Bier und regionalen Spezialitäten bot sich viel Gelegenheit zum geselligen Austausch.
Am Tag der Büßerprozession stand zunächst ein Besuch des erst kürzlich aufwendig restaurierten Wasserschlosses Beauvoorde auf dem Programm. Anschließend folgte der offizielle Empfang für die Rösrather Gäste im Stadtforum „De Zonnebloem“. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Veurne genossen sie ein gemeinsames Mittagessen, bevor sie bei Kaffee und Kuchen mit Veurner Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kamen. Die herzliche Gastfreundschaft und die zahlreichen persönlichen Begegnungen machten einmal mehr den hohen Stellenwert der langjährigen Städtepartnerschaft deutlich.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Vera Rilke-Haerst bedankte sich für die herzliche Aufnahme und betonte: „Die Fahrt hat erneut gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen für unsere Städtepartnerschaft sind. Sie schaffen Verständnis, verbinden Menschen und lassen Freundschaften über Grenzen hinweg wachsen.“ Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Martin Stolte, dem Städtepartnerschaftsbeauftragten Dr. Sigurd Becke und der Kulturbeauftragten Elke Günzel sprach sie allen Beteiligten ihren Dank aus, die sich mit großem Engagement für die lebendige Städtepartnerschaft einsetzen.
Die Partnerschaft zwischen Veurne und Rösrath besteht seit 1974. Veurne hat rund 12.000 Einwohner und liegt direkt an der belgisch-französischen Grenze nur wenige Kilometer von der belgischen Küste entfernt.
Weitere Infos rund um die Rösrather Städtepartnerschaften finden Sie hier:
