Brücke In den Schlämmen: Stadt hat neue Brücke in Produktion gegeben

Mit der wasserrechtlichen Genehmigung konnte die Stadt die Brücke nun bei der beauftragten Fachfirma in Produktion geben. Nach der Fertigung wird die Konstruktion als vorgefertigtes Bauteil angeliefert und anschließend mithilfe eines Autokrans über der Sülz eingesetzt. Der Einbau der neuen Fußgängerbrücke ist derzeit für Herbst 2026 vorgesehen. Bereits nach den Sommerferien werden vor Ort vorbereitende Arbeiten an den Widerlagern beginnen. Die neue Brücke soll dann spätestens in Richtung Ende des Jahres nutzbar sein.

Die neue Brücke wird aus faserverstärktem Kunststoff gefertigt. Gegenüber der bisherigen Holzkonstruktion gilt dieses Material als deutlich wartungsärmer, korrosionsbeständig und UV-resistent. Dadurch wird eine längere Lebensdauer erwartet. Zudem wird die Brücke um fast einen Meter höher als bisher errichtet. Der größere Abstand zwischen Wasserspiegel und Brückenkante reduziert im Hochwasserfall die Staulast und verringert das Risiko, dass sich Treibgut an der Konstruktion verfängt.

„Mit der nun vorliegenden Genehmigung nähert sich ein langwieriger Planungs- und Genehmigungsprozess seinem Abschluss, der Anwohnerinnen und Anwohner viel Geduld abverlangt hat und nicht immer auf Verständnis stieß“, weiß Bürgermeister Yannick Steinbach. „Zu Beginn des Jahres war ich daher beim Landrat und habe mich mit ihm auf ein Verfahren verständigt, wie wir zu der wasserrechtlichen Genehmigung kommen. Knackpunkt war ein weiteres Gutachten, das die Parameter für ein 1000-jährliches Hochwasser berücksichtigt.“ Am 20. Mai lag das Gutachten vor, wurde umgehend an den Kreis versandt und hat jetzt zur Genehmigung geführt. „Dank der Vorarbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir mit Erhalt der Genehmigung die Brücke nun unmittelbar bei der beauftragten Firma in Produktion geben“, so Steinbach.

Die marode Fußgängerbrücke über die Sülz war bereits Ende März 2024 gesperrt worden. Nachdem sich ihr Zustand weiter verschlechtert hatte und die Holzkonstruktion zwischenzeitlich als einsturzgefährdet eingestuft wurde, wurde sie am 10. Juli 2025 durch ein Fachunternehmen mithilfe eines Krans zurückgebaut.

Dass zwischen Sperrung und Neubau vergleichsweise viel Zeit vergangen ist, hat mehrere Gründe. So blieb die erste Ausschreibung für den Brückenneubau zunächst ohne Ergebnis. Erst im zweiten Vergabeverfahren konnte Ende 2024 ein geeignetes Unternehmen gefunden und mit der Planung und Umsetzung beauftragt werden.

Im Anschluss erarbeitete die Fachfirma die erforderlichen Planungsunterlagen, die die Stadt im März 2025 zusammen mit dem Antrag auf eine wasserrechtliche Genehmigung einreichte. Das anschließende Genehmigungsverfahren verzögerte sich trotz intensiver Abstimmungen mit der Unteren Wasserbehörde mehrfach, da verschiedene zusätzliche Gutachten und hydraulische Berechnungen vorzulegen waren.

Die Kosten für Abriss, Planung, Gutachten, Genehmigungsverfahren und Neubau belaufen sich auf rund 450.000 Euro.

(Das Vorschaubild zeigt die marode, inzwischen abgerissene Brücke In den Schlämmen.)