5 Jahre nach dem Hochwasser: Rösrath gedenkt der Flutkatastrophe

Das Musiktheater „Nach uns die Sintflut“ wurde Ende Juni erstmals vom Kinderchor der evangelischen Kirchengemeinde aufgeführt. Das Stück erzählt die Geschichte der Arche Noah: Während Noah ein Schiff zum Schutz vor der drohenden Flut baut, verspottet ihn eine Gruppe und hält die Gefahr für übertrieben. Der Satz „Uns passiert schon nichts“ steht sinnbildlich für die menschliche Ignoranz gegenüber den Warnzeichen der Natur und macht das Stück trotz seines Alters aktueller denn je.

In ihrer Andacht griffen Gemeindereferentin Monika Ueberberg und Pfarrer Thomas Rusch diesen Gedanken auf. „Es ist unsere Verantwortung zu überlegen, auf welcher Seite wir stehen – auf der der Spotter oder auf der der Handelnden.“

Stellvertretend für die zahlreichen Hilfsorganisationen sowie die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer schilderte Ingeborg Schmidt, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Rösrath, in ihrem Redebeitrag die Herausforderungen und den außergewöhnlichen Einsatz in den Tagen der Flut. „Menschen standen zusammen und haben gezeigt, was Solidarität bedeutet.“

Bürgermeister Yannick Steinbach betonte die Bedeutung des gemeinsamen Gedenkens: „Die Möglichkeit des Zusammenkommens und des Austauschs am Jahrestag des Hochwassers ist wichtig. Darüber hinaus gibt es aber auch die berechtigte Erwartung an die Politik, zu handeln. Mit dem jüngst vorgestellten Konzept zum baulichen Hochwasserschutz priorisieren wir aktuell fünf Maßnahmen, die umgesetzt werden und einen konkreten Beitrag zum Hochwasserschutz leisten sollen.“ Zu diesen Maßnahmen zählt unter anderem die Deichrückverlegung am Sülzbogen, durch die eine große Retentionsfläche geschaffen werden soll. 

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung bot sich im Außenbereich der Kirche bei Speisen und Getränken, die vom DRK-Ortsverein bereitgestellt wurden, die Gelegenheit zum Austausch. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die das Flutgedenken organisiert und begleitet haben.