Inforeihe über Hilfe zur Selbsthilfe im Ernst- und Katastrophenfall - Teil 01

Leben in einer Risikogesellschaft

Unsere moderne Welt ist mit Blick auf die Nachrichtenlage von Unsicherheiten geprägt. Was sie besonders verwundbar macht, ist die zunehmende Vernetzung unserer Gesellschaft, die nicht nur neue Möglichkeiten eröffnet, sondern auch komplexe Angriffsflächen schafft. Während der Klimawandel Naturkatastrophen wie Hochwasser und Stürme verschärft, nutzen staatliche Akteure unsere digitale Abhängigkeit aus, um mit hybrider Kriegsführung gezielt Verunsicherung zu schüren und unsere Gesellschaft zu destabilisieren. Auch Angriffe mit Drohnen sind längst keine Science-Fiction mehr, sondern eine reale Bedrohung. Die Herausforderung der heutigen Zeit liegt also nicht nur darin, mit den Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur umzugehen, sondern auch darin, dass ein militärischer Konflikt in Europa wieder möglich geworden ist.

Um in einer solchen unsicheren Welt handlungsfähig zu bleiben, ist es sinnvoll, sich mit möglichen Szenarien auseinanderzusetzen – nicht aus Angst, sondern aus Vernunft, denn die Bewältigung einer Krise hängt stark davon ab, ob eine Gesellschaft vorbereitet ist.

Die Abhängigkeit von der kritischen Infrastruktur

Für unser modernes Leben setzen wir die ständige Verfügbarkeit von Strom, Trinkwasser, Abwasser, Internet, einem funktionierenden Verkehrswesen und vielem mehr voraus. All diese Dinge, deren Ausfall enorme Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen hätte, nennt man „Kritische Infrastrukturen“.

Sind Kritische Infrastrukturen ausgefallen, ob durch Naturgewalten oder menschliches Handeln, sind Organisationen wie Feuerwehr, THW, die Sanitätsdienste sowie die Bundeswehr gefordert, die Folgen abzufedern und die dringendste Versorgung sicherzustellen. Da ihre Kapazitäten jedoch begrenzt sind, ist eine flächendeckende und sofortige Notversorgung der gesamten Bevölkerung in einem solchen Ernstfall schlicht nicht möglich.

Warum? Stellen Sie sich vor, in einer Großstadt wie Köln fällt der Strom für mehrere Tage aus. Das bedeutet für jede/n nicht nur das Fehlen von Licht, sondern auch den Ausfall von Heizung, Kühlschrank und Handy in den eigenen vier Wänden. Ohne Strom werden Lebensmittel schnell ungenießbar, lassen sich nicht erwärmen und ohne Internet oder Handyempfang ist man von der Außenwelt abgeschnitten. Ampeln fallen aus, Straßenbahnen fahren nicht. Der Stromausfall betrifft gleichermaßen Supermärkte, Geldautomaten, Altenheime oder Krankenhäuser. Hilfsmaßnahmen können sich in einem solchen Fall nur darauf konzentrieren, grundlegende Strukturen aufrechtzuerhalten und besonders vulnerable Gruppen zu unterstützen. Da die Kapazitäten der Einsatzkräfte schon bei einem solch begrenzten Ereignis begrenzt sind, ist eine individuelle Versorgung jedes Einzelnen in den ersten Tagen nicht möglich. Daher ist eine gute individuelle Vorsorge notwendig.

Warnung und Vorbereitung für den Ernstfall

Die Sirenen haben geheult und die Handys Alarm geschlagen. Bestimmt haben Sie es auch mitbekommen: Am 10. September war wieder bundesweiter Warntag. Der Zeitpunkt und das lokale Ausmaß einer Katastrophe können im Vorfeld nicht vorhergesagt werden. Ob Überflutung, Großbrand oder der Fund eines Blindgängers: eine schnelle Reaktion der Betroffenen ist nur möglich, wenn vor der drohenden Gefahr gewarnt wird. Die Warnung, beispielsweise mittels Sirenen, macht zunächst darauf aufmerksam, dass eine Gefahr besteht. Mit einer Warn-App, Cell-Broadcast oder im Radio werden konkrete Informationen und Tipps zum sicheren Verhalten in der ergänzt.

Die Sirenenwarnung:
Nach wie vor stellt die Sirene das beste Mittel dar, um möglichst viele Menschen in einem Gebiet auf eine drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Dabei kann die Sirene einerseits das Signal „Warnung“, aber auch „Entwarnung“ ausgeben.

Das Bild zeigt eine Grafik zur Bedeutung der zwei unterschiedlichen Sirenensignale.

Die Handywarnung:
Fast immer in Griffweite: das Handy oder Smartphone. Ein optimales Warninstrument. Vorteil gegenüber der Sirene ist, dass eine Warnung auch direkt Informationen enthalten kann, was jetzt zu tun ist. Das System Cell-Broadcast sendet eine SMS-ähnliche Nachricht an alle Smartphones in einem bestimmten Bereich. Prüfen Sie in Ihren Einstellungen, dass Sie Warnungen empfangen können. Zusätzlich sollten Sie eine Warn-App installieren. Dort können Sie auch Warnungen für ausgewählte Orte und Wetterwarnungen erhalten. Wir empfehlen die offizielle Warn-App NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. 

Das Radio:
Der klassische Weg, Informationen zu erhalten ist nach wie vor das Radio. Radio funktioniert auch, wenn das Strom- und Handynetz ausgefallen sind und ist daher in einem Katastrophenfall ein unschätzbarer Begleiter. Ein Kurbel- oder Batterieradio wäre doch ein nützliches Weihnachtsgeschenk.

Weitere Infos

Weiterführende Informationen finden Sie auch im Bereich Bevölkerungsschutz:

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bietet hilfreiche Informationen rund um Warnsysteme, die Abhängigkeit von kritischer Infrastruktur und die persönliche Notfallvorsorge:

Veröffentlichung im Rundblick Rösrath

Die Inforeihe über Hilfe zur Selbsthilfe im Katastrophenfall erscheint auch im Rundblick Rösrath. Die Zustellung des Rundblicks erfolgt 14-tägig an alle Rösrather Haushalte auf dem Postweg. Die Ausgabe mit Teil 01 der Inforeihe kann nachfolgend auch heruntergeladen werden: