Ursprünglich wollte die goGREEN REAL-ESTATE GmbH das rund 68.000 Quadratmeter große Areal am Ortsrand von Rösrath-Rambrücken unter dem Namen „ÖkoTec Campus Rösrath“ vermarkten. Von dem Vorhaben hat das Unternehmen inzwischen aber Abstand genommen, was der Stadt nun die Möglichkeit einräumt, das Gebiet eigenständig zu entwickeln.
Hierfür wird die Stadt die von goGREEN bereits erworbenen Flächen kaufen und die Projektgesellschaft „Quartier Rambrücken“ übernehmen, aus der zukünftig eine Stadtentwicklungsgesellschaft gebildet werden soll. Der Stadtrat hat hierüber in nichtöffentlicher Sitzung am 15. Dezember 2025 beraten und mit einem einstimmigen Beschluss den Weg für das Vorhaben geebnet.

„Mit Zustimmung der Kommunalaufsicht und Unterschrift der Verträge können wir diesen Schritt nun öffentlich kommunizieren“, so Bürgermeister Yannick Steinbach, der bereits im Wahlkampf für eine städtische Entwicklung des Gebiets geworben hatte. Die Ansiedlung von Gewerbetreibenden sei schließlich von höchstem städtischem Interesse. „Daher freut es mich, dass es in konstruktiven Gesprächen und Verhandlungen mit goGREEN gelungen ist, das Projekt in städtische Hände zu überführen“, so Steinbach weiter. Die eigenständige Entwicklung eines so großen Areals ermögliche schließlich eine noch gezieltere Wirtschaftsförderung.
Zuvor sind noch einige formale Hürden zu nehmen. Zuerst muss das städtebauliche Konzept für das Gewerbegebiet Rambrücken angepasst werden. Auf dieser Grundlage wird dann der Bebauungsplan entwickelt und die Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgen. Erste rechtliche Sicherungsinstrumente für die Realisierung der Bauleitplanung werden bereits im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr zur Beschlussfassung vorgelegt.
Sobald die städtebaulichen Ideen für die Fläche vorliegen, wird auch eine öffentliche Informationsveranstaltung für interessierte Bürgerinnen und Bürger durchgeführt. Im weiteren Verfahren folgen – nach entsprechenden Beratungen und Beschlüssen in den zuständigen Fachausschüssen – auch die formalen Beteiligungsschritte, insbesondere die Veröffentlichung gemäß § 3 Absatz 2 BauGB. Mit dem Satzungsbeschluss wird dann die Bauleitplanung abgeschlossen und zugleich der Startschuss für die Erschließung und Vermarktung der Fläche gegeben. Mit einem Beginn dieser Phase ist voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2027 zu rechnen.
Interessensbekundungen an einer Fläche im neuen Gewerbegebiet können bereits jetzt bei der Stadt angezeigt werden. Diese nimmt Diana Bender aus dem Vorzimmer des Bürgermeisters telefonisch unter 02205-802 102 oder per Mail an diana.bender@roesrath.de entgegen. Eine inhaltliche Bearbeitung erfolgt allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Kosten für die Entwicklung des Gewerbegebiets entstehen der Stadt zunächst durch die Übernahme der Projektgesellschaft sowie durch die Weiterentwicklung des Bebauungsplans. Der Kaufpreis für die Grundstücke wird erst fällig, sobald Baurecht geschaffen ist, also mit dem Abschluss des Planverfahrens. „Ein derart komplexes Planverfahren lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen. Dennoch haben wir den richtigen Weg eingeschlagen, den wir nun konsequent weiterverfolgen werden. Ziel ist es, attraktive Flächen für interessierte Gewerbetreibende zu entwickeln und langfristig ein Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen für den städtischen Haushalt zu erzielen“, so Bürgermeister Yannick Steinbach abschließend.
