Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rösrath, Elke Günzel, hat den Equal Pay Day genutzt, um auf die ungerechte Bezahlung von Frauen aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund weht am 27. Februar 2026 eine rote Fahne mit der Aufschrift „Equal Pay Day“ neben dem Rösrather Rathaus wehen. Mit der Aktion schließt sich Rösrath der bundesweiten Kampagne unter dem Motto „equal pay every day“ an.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 01. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied in Deutschland aktuell 16 Prozent. Damit arbeiten Frauen hochgerechnet 58 Tage im Jahr unbezahlt – der Equal Pay Day fällt deshalb 2026 auf den 27. Februar. Auch wenn sich die Lohnlücke in den letzten Jahren leicht verringert hat, ist sie weiterhin deutlich und laut Elke Günzel Ausdruck struktureller Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt.
Aus diesem Grund finden am 27. Februar 2026 wieder zahlreiche bundesweite Aktionen statt, um die Debatte über die Gründe der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, und Entscheider zu mobilisieren, damit sich die Lohnschere schließt.
Die Gründe für die Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern sind vielfältig und bedingen sich gegenseitig. Studien weisen darauf hin, dass insbesondere folgende Faktoren eine Rolle spielen:
- Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen: Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger, etwa für Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, und verpassen dadurch Berufsjahre, Weiterbildung und Beförderungschancen.
- Schwieriger Wiedereinstieg: Nach längeren Pausen gelingt es vielen Frauen nicht, wieder auf der gleichen Position oder Einkommensstufe einzusteigen; oft akzeptieren sie Gehaltseinbußen, um eine Stelle zu finden, die zu Familie und Betreuungspflichten passt.
- Geringere Wechselbereitschaft: Männer wechseln häufiger den Arbeitgeber, was oft mit Gehaltssprüngen verbunden ist, während Frauen durch die Rollenteilung stärker an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gebunden sind.
- Unterrepräsentanz in Führungspositionen: Frauen haben schlechtere Zugangschancen zu Leitungs- und Entscheidungsfunktionen und verhandeln angebotene Positionen mitunter weniger offensiv, auch weil ihnen weniger Alternativen offenstehen.
- Typische „Frauenberufe“: In vielen dienstleistungsorientierten und sozialen Berufen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, liegt das allgemeine Verdienstniveau niedriger als in typischen Männerdomänen.
Der Equal Pay Day wurde 2008 auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. erstmals in Deutschland durchgeführt und wird seitdem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Seitdem wächst die Zahl und Vielfalt der bundesweiten Veranstaltungen zum Equal Pay Day von Jahr zu Jahr. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt.
Weitere Infos rund um den Equal Pay Day gibt es zum Nachlesen unter:
