Bürgermeister Yannick Steinbach hat bei der Sitzung des Stadtrates am 09. Februar den Haushalt für das laufende Kalenderjahr 2026 eingebracht. Ausgangspunkt war ein historisches Defizit von 17 Millionen Euro, das durch intensive Beratungen innerhalb der Verwaltung und mit dem Wissen und der Notwendigkeit, dass Einsparungen vorzunehmen sind, auf 9,3 Millionen Euro reduziert werden konnte.
Durch die gesetzlichen Möglichkeiten des Verlustvortrages und des globalen Minderaufwandes ist es außerdem gelungen, einen Haushalt vorzulegen, der ohne ein Haushaltssicherungskonzept auskommt. Zusätzlich profitiert Rösrath vom Altschuldenentlastungsgesetz mit 6,2 Millionen Euro. Das bedeutet nicht, dass die Verwaltung 6,2 Millionen Euro mehr ausgeben kann. Es wird lediglich Eigenkapital erhöht, was zur Folge hat, dass aus der allgemeinen Rücklage etwas mehr entnommen werden kann als zuvor geplant war.
Demgegenüber stehen erstmalig Ausgaben von 100 Millionen Euro, die finanziert werden müssen. Das gelingt trotz der gesetzlichen Möglichkeiten des Verlustvortrages und des globalen Minderaufwandes nur durch parallele Erhöhungen auf der Einnahmenseite. Bürgermeister Yannick Steinbach hat dem Stadtrat daher vorgeschlagen, die Grundsteuer auf 995 Punkte zu erhöhen. Das entspricht Mehreinnahmen in Höhe von 3,1 Millionen Euro. „2,1 Millionen Euro davon erhält alleine der Kreis durch Erhöhung seiner Kreisumlage, sodass der Effekt fast vollständig an der Stelle verbucht ist. Es ist eben nicht möglich, dass wir immer weitere Pflichtausgaben erhalten oder Umlagen erhöht bekommen, ohne selber an unserer Einnahmenschraube zu drehen“, so Steinbach.
Statement zur geplanten Grundsteueranpassung im Video:
„Seien Sie versichert, dass ich den zurückliegenden Haushaltsberatungen sehr intensiv darauf geschaut wurde, an welchen Stellen Einsparungen möglich sind. Wenn wir aber noch weiter streichen, gehen wir an die Substanz“, so Steinbach weiter. Der Bürgermeister macht deutlich, dass Sparen an freiwilligen Leistungen wie beispielsweise Freibad, Kultureinrichtungen wie das Schloss Eulenbroich, Vereinsförderung oder Spielplätzen die Lebensqualität spürbar verringern würde und daher keine Optionen sein können.
Gleichzeitig betont der Bürgermeister, dass dieser Haushaltsentwurf, der ohne Haushaltssicherung auskommt, ein Haushalt der Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten ist. „Auf uns warten weiter jede Menge Projekte und die Menschen in unserer Stadt verlangen, dass wir sie endlich lösen und angehen“, so Steinbach. „Dafür müssen wir investieren können und das können wir eben am besten dann, wenn wir die Haushaltshoheit in der Stadt behalten.“ Auch die Kommunalaufsicht halte den Haushalt für genehmigungsfähig – mit dieser hatten der Bürgermeister und der Kämmerer vorab Gespräche geführt.
Der Entwurf wurde vom Rat zur Kenntnis genommen und zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse verwiesen. Die Verabschiedung des Haushalts soll dann voraussichtlich in der Stadtratssitzung am 23. März erfolgen. Bis dahin werden der Bürgermeister, der Erste Beigeordnete und der Kämmerer den Fraktionen bei ihren Haushaltsberatungen sowie Fragen zum Entwurf intensiv zur Seite stehen.
Die Haushaltsrede des Bürgermeisters im Wortlaut (PDF-Datei)
Der Haushaltsentwurf für das Haushaltsjahr 2026 (PDF-Datei)
